Schwertzeit
Schwertzeit


Das Schwert

Das Schwert nur kann den Mann erklären und das Schwert kann nur durch den Mann erklärt werden.

Klingenlängen von 70-90 cm zeichnen das germanische Langschwert aus. Klingenbreiten von 4-6 cm sind üblich.

Wuchtige Klingen, breite Hohlbahnen, gerade Schneiden mit einem kurzen Ort sind bezeichnend für diese Schwertart.

Fast immer sind die Schwerter aus feuerrverschweissten Stahlbahnen aufgebaut.

Die Hohlbahn aus tordierten  Stählen, die Schneiden aus kohlenstoffreichem Stahl, oder sind speziell gehärtet.

Solche Klingen und kunstvolle Gefässe in Form der Goldgriffspathen, auch überaus reich verzierte Scheiden und Wehrgehänge sind Statussymbole für Kriegerfürsten im gesamten mitteleuropäischen Bereich zur Mitte des 1. Jahrtausends.

Schwertmythologie

 

"Sigrúnar þú skalt kunna,
ef þú vilt sigr hafa,
ok rísta á hialti hiǫrs,
sumar á véttrimum,
sumar á valbǫstum,
ok nefna tysvar Tý"

"Siegrunen sollst Du kennen,
wenn Du den Sieg haben willst,
und schneide sie auf dein Schwert,
einige auf den Griff,
einige auf die Klinge,
und nenne zweimal Tyr".
(Sigdrifumal, EDDA) 

Hier finden wir ein eindeutiges Indiz dafür, dass Runen als Unterstützung des Heils auf Schwerter und Waffen im allgemeinen eingeritzt wurden.
In diesem Fall wird der Gott Tyr angerufen, um die Ritzung zu bekräftigen.
Wer war Tyr?

 

Die Rune "tiwaz" und ist auch der Name des alten Germanengottes, der einmal ihr Hauptgott war.

Er wurde von Odin/Wodan abgelöst, blieb aber immer als der Schwertgott präsent.

 

Heute kennen wir seinen Namen noch in der Bedeutung des Dienstag.

engl.: Tuesday

alamanisch: Zischdig

Weitere Namen sind TIU, ZIU, TIO, TIW.

Vermutlich ist auch die Nennung auf dem Helm B von Negau auch Tiwaz gemeint            

 

 

Harigasti Teiwa

Das ist sicher die älteste germanische Namensnennung (2.-5. Jahrhundert v.Chr) 

 

 

Schwertnamen

"Ek mun seigja sverda heiti"

("Ich sage wie Schwerter genannt werden").

 

So beginnt die 40.Strophe des Nafnadulur der Snorri Edda. Dieser Teil des Nafnadulur nennt ungefähr 160 Worte, die ein Schwert bezeichnen.

 

Stellvertretend sei hier genannt:

 

maekir- Sax

mistliteinn- Mistelzweig

leggbiti- Beinbeisser

valnir- Schlachter

kvöl- Qual

blodvarta- Bluttband

blodnefi - Blutgriff

verttrim- Klinge/Blatt

valböst- Griff

Grasida- Grauseite

Tyrfinger- Tyrfinger

Tang- Zunge

 

Diese Begriffe sind Synonyme für das Schwert.

Sie sind sog. Kenningar, also Hilfsmittel, die in der Skaldendichtung der nordischen Mythologie gebraucht wurden. Sie sollten den richtigen Namen umschreiben, damit nicht jedermann die Reime versteht. 

 

Die Geschichte kennt aber auch Namen, die dem Schwert von seinem Besitzern gegeben wurden.

 

Balmung/Gramr-  Sigfried

Durendal- Roland

Eckesahs- Dietrich von Bern/Theoderich d. G.

Brimir- Odin

Kvernbiter- Hakon der Gute

Exkalibur- Arthur

Aettertangi/Sippenknauf- Grettir und viele andere Männer

Grauseite- Die Sursöhne

Tyfinger-  Angantyr und viele andere Männer

Hrunting- Beoulf

Sköfung- Skeggi

Legbiti- Geirmund

 

Sicher überliefert sind nur die Namen, die auf Fundschwerter zu belegen sind.

Allerdings ist dieser Bestand recht dürftig.

Meist sind dies Waffen mit Runen, die etwas über den Besitzer der Waffe aussagten. Oft sind auch Beschwörungsformeln eingeritzt.

 

Schwerttanz

Tacitus beschreibt einen Kult, bei dem nackte junge Männer zwischen Schwertern und aufgestellten Speeren tanzen.

Nun kann man dies als reine sportive Aktivität in Betracht ziehen, oder auch als kultisch, religiöse Handlung.

Bekannt sind Schwertänze besonders aus Thrakien, Griechenland und Indien.

In Norddeutschland lebten Schwertänze an Königshöfen weiter und galten als heldenhaft.

In Süddeutschland bekamen sie einen eher bäuerlichen Charakter. Wie auch immer die Bedeutung sich gewandelt haben mag, ein ritueller, religiöser Hintergrund ist stark zu vermuten.

De Vries glaubt an Vegetationsrituale.   

Der Knaufring

Als Ringknaufschwerter werden solche Schwerter bezeichnet, die einen Ring am Gefäss haben. Er ist entweder, wie beim Vendelzeitschwert am Gard angebracht, oder am Pommel, wie bei den meisten  Ringkanufschwerter. (Sie sind nicht mit den römischen Ringknaufschwerter zu verwechseln)

Zusätzlich wird in bewegliche Ringe oder stilisierte Ringe unterschieden.

Das Vendelzeitschwert aus Snartemo, übrigens meines Wissen nach das einzige gefundene Schwert mit Ring am Gard hat einen beweglichen, frei eingehängten Ring.

 

Bedeutung des Ringes

Menghin betrachtet ihn als rein germanische Erfindung. Die Bedeutung, oder der Sinn dieser Ringe wird unterschiedlich interpretiert.

 

Menghin sagt dazu:

"Gleichgültig wie die Ringe interpretiert werden, ihre Symbolgehalt hat sicher einen magischen H intergrund, der sich aber in jedem Fall von den amulettartigen Schwertperlen unterscheidet. Zeitlich und räumlich überschneiden sich das Auftreten von Schwertperlen und Ringknäufe vor allem in 6. Jahrhundert. Zusammen kommt das magische Zubehör aber nur selten vor. .......was indirekt wieder auf die unterschiedlichen Bedeutungsinhalte beider Erscheinungen hinweist"

(Quelle: Wilfried Menghin, Das Schwert in Frühen Mittelalter)

 

Kurt Böhner erwähnt das Ringknaufschwert nur kurz im Zusammenhang mit der Spatha von Petersfinger.

"Die Spatha von Petersfinger besitzt einen rechteckig, pyramidalen Knauf aus Bronze mit Ansätzen eines ursprünglich angegossenen Ringes, so dass hier wohl das früheste Exemplar eines Ringknaufschwertes vorliegt.

(Quelle: Kurt Böhner, Germanische Schwerter des 5./6. Jahrhunderts)

 

Anne Jorgard Jorgensen bezeichnet die  Ringe als "Schwurringe, die mit der Stellung des Schwertträgers in Verbindung stehen.

"Zum herausragenden Spathazubehör zählen Gegenstände, die vermutlich den militärischen Status des Besitzers anzeigen, wie Scheidenknöpfe, Schwertperlen und Ringknäufe".

"Dieser Spathatyp kann auch mit Knauf oder Schwertringen (Schwurringe) versehen sein".

(Quelle:Anne Jorgard Jorgensen, Waffen und Gräber)

Gemeint ist der Schwerttype SP3 nach der Einteilung von von Anne Jorgard Jorgensen.

 

Schwurring interpretiere ich in der Bedeutung "Eingeschworen auf den Anführer".

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Die Schwertperle

Schwertperlen waren, wie die Knaufringe, eher im mystischen Bereich angesiedelt, hatten aber unterschiedliche Bedeutungen, wie weiter oben schon erwähnt.

 

Die Bedeutung der Schwertperle

Menghin schreibt dazu:

"Schwertperlen wird ein magischer Charakter zugeschrieben: "da weder ein praktischer Gebrauchswert, noch eine Schmuckbestimmung in Betracht kommen und die Zugehörigkeit zum Schwert nicht zufällig, sondern als Sinnvoll zu begreifen ist, muss der Perlenanhänger in einer inneren Beziehungzur Waffe gestanden haben.........um das mit dem Schwert verbundene Heil zu verstärken"

(Quelle:Wilfried Menghin, Das Schwert im Frühen Mittelalter.)

 

Schwertperlen sind zylindrisch, rund oder elliptisch und durchbohrt.

Im Durchmesser variiren sie stark.

Sie können aus verschiedensten Materialien hergestellt sein. Glasperlen, Bernstein, Kreide oder geschliffenes Bergkristall sind durch Funde Belegt.

Befestigt sind sie meist am Gefäss oder an der Scheide.

 

Mossbrugger-Leu spricht vom:

"Schlagband, dass um das Handgelenk gewickelt wurde um ein Entgleiten der Waffe zu verunmöglichten. Das Schagband endigte in einer selten schönen Bernsteinkugel"

(Quelle: Rudolf Mossbrugger-Leu, Die Schweiz zur Merowingerzeit)

 

Sollte Mossbrugger-Leu hier die Schwertperle beschreiben, widerspreche ich seiner Ansicht.

Ein "Schlagband mit Bernsteinkugel" als Sicherung (im Kampf?) um ein Handlenk gewickelt macht keinen Sinn und ist auch sonst in der Literatur nicht erwähnt.

 

Ursprung der Schwertperle

Ihre Herkunft soll das sarmantische Gebiet sein, wo dieser Brauch im 1. Jahrhundert scheinbar aufkam und bis 500 in Mitteleuropa und England üblich wurde.

Beide Erscheinungen, Schwertperle und Knaufring verschwinden im Laufe des des 6. Jahrhunderts langsam und kommen aus der Mode. Sie weichen der Ansicht, dass Waffen nur funktionieren müssen.

Schwertringe überdauern nur noch in Scandinavien und werden dort weiterentwickelt.

 

Da der Brauch aus den Gebieten der Reiternomaden kommt, könnte die Schwertperle zusammmen mit der Befestigung als Sicherung gegen das Herausfallen des Schwertes wärend des schnellen Reitens denkbar sein. Es müsste geprüft werden, in welcher Fundlage sich die Schwertperle befand, sofern sich aus diesen Gegenden entsprechende Funde vorliegen. Dies könnte zu Rückschlüssen führen. (Recherche dazu läuft)

Das die Schwertperle in Zentraleuropa einen Sinnwandel erfahren hat, scheint sehr wahrscheinlich.

Das Siegschwert

Ohne das Heil ist eine Sache oder ein Gerät nichts wert.

Wenn das Heil ein Schwert verlassen hat, taugt es im Kampf nicht. So ging es bei Aettertangi(Sippenknauf). Als Jökul von Vatsdal aussergewöhnlicher Zauberkraft ausgesetzt war und Aettertangi seinen Dienst versagte.

"Hat Dich das Heil verlassen Aettertangi?"

 

Beoulf geschah das gleiche, als er mit Grendels Mutter kämpfte. Sein Schwert versagte.

 

Oft heisst es in den nordischen Sagas: "...dass das Schwert dies an sich hatte, das es dem den Sieg gewann, der es trug.

"Es biss durch Eisen als wäre es Tuch und verrostete nicht und der Sieg war mit ihm in der Schlacht und im Zweikampf, wer es auch trug".

 

Torfi sagt " Er möchte diese fremden Schwerter besitzen, weil sie den Sieg tragen".

 

Grabhügel aufzubrechen, um an die Siegschwerter heranzukommen war nicht ungewöhnlich. Wenn man den alten Sagas glauben will, riskierte man sogar "den Ringkampf mit den Grabbewohner", um sich eine alte, erprobte Siegwaffen anzueignen.

 

Das Schwert Sköfnung war eine dieser Waffen.  

Von Skeggi aus dem Grab von Hrolf Karkis genommen, wurde es seinem neuen Besitzer und dessen Nachfahren ein wichtiges Kleinod.

Interessant auch die Bemerkungen, die zu Sköfung gemacht werden.

"...es war so grimmig, dass es nicht in die Scheide zurück wollte, ohne lebendiges Fleisch zerschnitten zu haben. Es meldete selbst dann, wenn der Hieb gut gelungen war, indem es laut sang, und keine Wunde von ihm wollte jemals heilen".

Aber dieses Schwert scheint auch etwas launisch gewesen zu sein." ...es ertrug nicht, dass Frauen es sahen wenn es gezogen wurde, und Sonnenschein war für seinen Griff nicht geeignet".

 

Hier ein Beispiel aus dem westgermanischen Bereich. 

Der 572 von seiner Frau ermordete Alboin, ein langobardischer König und Heerführer, wurde in Verona unter den Stufen seines Palastes beigesetzt.

774! schreibt Paulus Diakonus:

"das Giselbert in unseren Tagen, (d.h. nicht vor 774), das Grab von Alboin hat öffnen lassen, um dessen Schwert zu entnehmen und prahlte bei ungebildeten Leuten den Alboin gesehen zu haben".

 

Eine eigene Sage beschreibt das Schwert Tyrfing(er).

Das Schwert nur kann den Mann erklären und das Schwert kann nur durch den Mann erklärt werden.

 

Der Sagaschreiben sieht in der Geschichte immer zuerst das Schwert Tyrfing, und hinter ihm die Männer, die es besassen.

"Das Schwert steigt auf in seiner ganzen Furchtbarkeit, siegreich, immer unüberwindlich, so grimmig, dass der kleinste Schnitt den Tod bedeutet und es in seinem Schwung erst still stand, wenn es den Boden erreicht hat.....sein Schicksal war es immer Neidingsschaft (Blutrache) über den zu bringen, der es trug".

Ganze Geschlechter besassen Tyrfing. Zuerst Angantyr (1.), dann Hervör, dann Heidrek und dann dessen Sohn Angantyr.

Angantyr(1.) nimmte es bei seinem Tod mit ins Grab und seine Tochter Hervör gräbt es wieder aus. Sie hat zwei Söhne mit König Höfund. Dem Jüngeren gibt sie Tyrfing weiter. Dieser tötet damit seinen älteren Bruder. Er muss flüchten, erhält aber durch Tyrfing ein neues Königreich. Seine Neider töten ihn später, werden aber durch königstreue Diener getötet und Tyrfing kann heimkehren. In der Folge erscheint Tyrfing nur noch als ein Schwert unter vielen Schwerter.

(Quelle:Wilhelm Grönbech, Kultur und Religion der Germanen) 

 

Scharfe Schwerter, stumpfe Schwerter

Es ist unbestritten, dass Schwerter immer scharf poliert wurden. Diese Schärfe hat aber Abhängigkeiten. Scharf sein alleine genügt nicht, wenn das Schwert nach wenigen Schnitten stumpf war.

Zu der Schärfe gehört auch die Härte der Schneide, die die Schärfe konserviert. Aber zuviel Härte macht spröde und das ist dann auch nicht gut.

 

".......seht , ich glaube ich durchborte den Hirsch mit meinem Teutonenschwert Snirtir. Durch dieses Schwert erhielt ich den Namen "Kampfgierwilder".

Als ich Ingals erschlug, den Sohn Agnars, erhielt ich den Siegpreis.

Sein Schwert Höking zerbrach, als er meinen Helm mit einem Hieb traf.

Ich wäre sicher schwerer getroffen, wenn seine Klinge schärfer gewesen wäre.

Doch ich hieb ihm die linke Hand ab, einen Teil seiner rechten Seite und seinen rechten Fuss. Dann glitt Snirtir mitten durch seine Rippen.

Bei Thor, niemals sah ich einen Tapferen als ihn und lächend zog er nach Walhall".

(Kap7. Buch 2 Bjarke Heldenlied, Saxo Grammaticus)

 

Ende 6. Jahrhundert. 

Zur Zeit Hrolf Krakis (Krakis: Leiter oder lange Stange) erlebt der Däne Bjarke einen Zweikampf (Holmgang) mit dem Schweden Ingals. Beide führen Schwerter die mit ihren Namen genannt werden.

Bjarke hat ein "Teutonisches" Schwert von scheinbar sehr guter Qualität, ein Siegschwert.

Der Schwede hat ein deutlich Schlechteres, ein Stumpfes noch dazu, das beim Hieb gegen der Helm von Bjarke zerspringt. (zu hart)

Dann erleben wir, wie Bjarke seinem Gegner mühelos Hände und Füsse abschlägt, ihn fast zerteilt und dann durch einen Stich tötet.

Leider kann ich den Ausdruck "Teutonisches" Schwert nicht bestimmen. VLFBERHT hat zu diesen Zeitpunkt noch nicht produziert.

Saxo Grammaticus meint mit Teutonen alle anderen Völker ausserhalb Dänemarks. Also auch Sachsen, Friesen u.s.w.. Es kann sich dann nur um ein Schwert handeln, das nicht in Schweden oder Dänemark produziert wurde. 

 

Holmgang:

(sich auf  kleinem Platz bewegen=Kampfplatz)

Immer wieder hören wir in der germanischen Geschichte von Zweikämpfen.

Es gibt sie zwischen Menschen, zwischen Mensch und Tier oder zwischen Menschen und mystischen Wesen (Drachen).

Ich beschreibe hier den Zweikampf zwischen menschlichen Gegnern.

 

Ein Holmgang war oft auch ein Kampf um Leben und Tod. Und so wurde er auch geführt. 

Mit den Fechtszenen, die wir aus Filmen kennen hat ein Holmgang nichts zu tun.

Es wurden wenige aber sehr schwere Hiebe gegen den Gegner geführt. Die Kontrahenten wurden, aufgrund der massigen Schwerter deren Gewicht immerhin zwischen 900gr und 1.2 Kg liegen kann, sehr schnell müde.

Darum wurden Pausen eingelegt, in denen sich der Kämpfer erholen kommte. Ob immer das Schild mit mitgeführt wurde ist nicht gänzlich klar, aber sicher denkbar. In Kämpfen, bei denen es nicht um den Tod ging sondern um Verletzung, kam es nicht auf die Anzahl der Wunden an, sonderen auf deren Schwere. Um sein Leben einzulösen musste der Unterlegene dann Geld zahlen.

Die Schwerthiebe die Wirkung zeigten waren nicht unbedingt die, die rein als Hieb geführt wurden. Der, der auch geschnitten wurde hat die grösste Wirkung, sofern er im Ziel war. Es ist also eine Mischung aus Schlagen und Schneiden, das in einer flüssigen Bewegung abläuft.   

 

 

Inlays (Einlagen) auf Klingen

VLBERHT Einlage
INGELRII Einlage
Spätes" VLFBERHT"-Schwert, Paranussknauf.

Inlays sind Einlagen in Klingen.

Nicht zu verwechseln mit Damaszierungen, wie im "Gotlands Fornsal" geschehen.

Dort ist ein Wikingerschwert ausgestellt, bei dem das Museum hinzugefügt hat, "dass das Schwert mit Einlagen versehen ist, was auch Damaszierung genannt werde".

Ein grober Schnitzer, wie ich finde. 

 

Einlagen bestehen meist aus Eisen, aber auch Buntmetalle bilden die Materialbasisfür solche Einlegeabeiten

Die bekanntesten Einlagen sind sicher die Namenszüge: VLFBERHT und INGELRII.

Genannt werden müssen auch noch ME FECIT und IN NOMINE DOMINI. Andere Einlagen sind Kreuze, Meander etc.

 

VLFBERHT, INGELRII

VLFBERTH und INGELRII sind Schwertmanufakturen, die im fränkischen Rheinland ansässig waren und scheinbar über viele Jahre Klingen produzierten.

 

ME FECIT 

ME FECIT, übersetzt "Machte mich", trägt  den tatsächlichen Namen des Schmiedes im Schriftzug mit.

Die Namen der Schmiede sind überliefert mit:

"BENNO; NISO; BANTO; ATALBALD; LEUTFRID; GECELIN.etc.

 

Also "GECELIN ME FECIT".

Der Zusatz ME FECIT ist bei VLFBERHT-Klingen nicht belegt.

 

IN NOMINE DOMINI

Übersetzt "Im Namen des Herrn".

Hier wird nicht näher auf dieses Inlay eingegangen.

 

 

Dem kundigen Leser ist die unterschiedliche Schreibweise von VLFBERHT-Einlagen auf den verschiedensten Fundklingen aus ganz Europa sicherlich bekannt.

Copyright hatte damals wie heute seine Berechtigung. Ebenso wurde es damals wie heute nicht immer beachtet.

 

Schwerter mit den VLFBERHT- Namenszug sind oft Fälschungen durch andere Schmiede.

Variirende Schreibweisen, grobe Fehler in der Abmessung des Schriftzuges, sogar nachträglich eingefügte VULFBERHT-Nameszüge belegen diese Kopien.

Dies gilt vermutlich auch für die INGElRII Klingen.

 

Was aber ist der Grund dafür?

Das Label VLFBERHT hatte einen sehr guten Ruf. Diese Schmiede hat es fertig gebracht einen Stahl so zu legieren, d.h. hard und gleichzeitig flexibel zu halten, dass man auf die Feuerverschweissung verschiedener Stahlsorten verzichten konnte.

 

Es gibt keine VLFBERHT- Klinge, die geschweisst ist.

(Eine Ausnahme gibt es, jedoch wurde VLFBERHT später hinzugefügt und ist somit eine Fälschung).

 

Ein absolutes Qualitätsmerkmal also, das Nachahmer auf den Plan rief. Minderwertige Klingen konnten so schnell und einfach aufgewertet werden.

Originale lassen sich heute fast nur durch vergleichende Messungen und aufwändige metallurgische Untersuchungen identifizieren.

 

Alfred Geibig dazu:

"Welcher Kategorie die einzelnen VLBERHT-Klingen auch immer angehören, ob sie als Original oder Kopie eingeschätzt werden müssen, spielt für die abschliessende Wertung eine untergeordnete Rolle. In jedem Fall zeugen die enorme Verbreitung und das häufige Kopieren der Originale von der aussergewöhnlichen Wertschätzung und Attraktivität dieser Klingen und damit auch von dem hohen Standard der fränkischen Waffentechnologie" 

(Quelle: Alfred Geibig, Beiträge zur morphologischen Entwicklung des Schwertes im Mttelalter)

Besser kann man VLFBERHT-Klingen nicht beschreiben. 

Runen auf Schwerter

Runeninschriften egal wo sie sich befinden, haben immer einen Interpretationsspielraum, auch wenn die Bedeutung der Inschrift formal gegeben ist.

Das gilt auch für Inschriften auf Schwertern.

 

Manchmal sind es sogar nur Abschriften, die keinen Sinn mehr ergeben, da der Abschreibende der Runen nicht mächtig war.( Das kennen wir doch heute auch noch?).

 

Erschwerend ist auch, dass die Runen mal von rechts und mal von links gelesen werden können.

Oft wird an einer einzigen, richtungweisenden Rune die Leserichtung bestimmt.

Die Inhalte der Inschriften sind meist die Namen der Waffenträger, der Name der Waffe, Heil bringende Beschwörungs oder Weihe-Inschriften.

Dosenortband von Illerup mit Runenritzung "firas"
Schwertscheide von Illerup

(Quelle:Biborski,Ilkaer, Illerup Ådal, Die Schwerter

Römische Schwerter in germanischem Dienst

Wie oben schon gezeigt sind die Schwerter des 2. Jahrhunderts stark römisch geprägt. In den allermeisten Fällen handelt es sich auch um römische Produktionen. Dies gilt vor allem für die Klingen.

Allerdings gibt es genügend Anhaltspunkte für "Germanisierungen" dieser Schwerter.

Eine sehr gute Quelle um dieses Thema ist das Werk:

Illerup Ådal, Die Schwerter 11-12 von BIBORSKI und  ILKAER.

Hier wird eine Opferstelle beschrieben, die alle Arten von Waffen, Schilden und anderen Ausrüstungsgegenstände beinhaltet.

Anhand der gefundenen Schwerter ist festzustellen, dass ein sehr hoher Anteil dieser Schwerter aus

römischer Produktions stammt.

Erkennbar teils am Stempel der Manufaktur, oder am typisch, römischen Klingenaufbau.

Gefässgestaltung und Scheidenaufbau sind die eindeutigen Unterscheidungsmerkmale, ob die Waffe einem Römer oder einem Germanen gehörte.

Das Bild oben ist vermutlich eine germanische Scheide, oder zumindest eine Scheide die einen germanischen Stil zeigt. Deutlich wird dies am Aufbau und der Form des Dosenortbandes. (sehr schlicht)

Riemenbügel und Scheidenverzierungen sind oft nicht genau zu verifizieren.

 

Fest steht aber, dass das germanische Langschwert aus der römischen Reiterspatha entstanden ist.

Vermutlich liefen die beiden Varianten lange Zeit paralell bis um 250 ein klar umriessenes, germanisches Lanngschwert zu identifizieren ist. 

Eine Alamannische Spatha entsteht

Angelehnt an diese Spatha werden 2 Griffaufbauten entstehen. einmal wie diese und eine andere mit Tierkopf-Pommel

Endlich komme ich mal wieder dazu ein Schwert entstehen zu lassen.

Es wird eine Alamannische Spatha nach Niederstrotzingen, Grab 3 und oder Donzdorf Vorbild. Ich lege mich da nicht so genau fest.

Auf jedenfall wird die Griffpartie tauschiert. Hab das bis jetzt noch nicht gemacht, jedoch sind die ersten Versuche nicht so schlecht. Die werden noch in Kupfer gehalten, später soll es dann Silber werden.

Es werden bestimmt 2 Spathen entstehen.

Das Problem der Schwärzung ist gelöst. Ein Hinweis von Hakun Risti hat mir sehr geholfen.

Die Holzblättchen sind als nächstes dran......

Es ist immer das gleiche Problem, wenn auf eine Klinge die Proportionen des Griffs angepasst werden müssen. In welchem Verhältis stehen Klingenlänge und Breite, Griffweite, Parierstangenlänge. Knauflänge und Pommelbreite zueinander?

Beim Schwertsymposium in Freiburg hielt Peter Johnson ganau darüber einen Vortrag.

Peter hat ein verblüffend einfaches System, mit dem sich alle Proportionen leicht bestimmen lassen.

 

Nichts ist schlimmer als Klingen,- und Griffabmessungen, die nicht harmonisch aufeinander abgestimmt sind. 

Ein weiteres Thema, das von bestimmten Schwertkenner immer wieder kommt ist der POB

Germanische Langschwerter haben zwar einen solchen, den muss man aber nicht nahe der Parierstange suchen.

Der liegt 20-25 cm weiter in der Klinge.

Solche Schwerter müssen auch nicht unbedingt ausbalanciert sein, weil damit wenig gefochten wird.

Die wuchtigen und schweren Klingen lassen einen langen Nahkampf nicht zu.

Minispatha für meinen Sohn

Es ist fast immer das gleiche wenn ich meine Schwerter baue.

Mein Kleiner steht mit grossen Augen dabei und "hilft". Heute hat er aber die gloreiche Idee auch ein Eisenschwert haben zu wollen und wenn ich ihm nicht sofort eines mache hilft er mir nicht mehr.

Also was bleibt mir übrig?

Das Ergebnis des heutigen Tages sieht man unten

Natürlich Frühmittelalter, einfacher Griffaufbau, die Eisenteile werden geschwärzt. Pommel ist noch unklar.

 

 

Ich habe kürzlich einen Bericht über eine Kinderspatha aus einem Grab in Flums, Schweiz gelesen.

Zufällig hat die kleine Spatha genau die länge von der aus Flums.

Ich werde einen Versuch wagen, diese Schwert nachzubauen. 

Ein alte Klinge zurecht geschnitten. Edelstahl,rostfrei. Da kann das Teil auch mal länger Nass sein

Alamannische Spatha

Tauschierung und Niello mit Vergoldung
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