Schwertzeit
Schwertzeit

Sax

Ausgehend von Stämmen aus den Osten wurde dieses"  einschneidige Messer" im Laufe des 4. Jahrhundert immer mehr zum festen Bestandteil der Ausrüstung germanischer Krieger.

Viele Autoren die über Saxe schreiben, versuchen eine Klassifizierung der sehr verschiedenen Saxtypen vorzunehmen. Häufig treibt das seltsame Blüten.

Der Sax, ob lang, kurz, breit, schmal, kurzschmal, langschmal, kurzbreit, langbreit........Seine Form und Grösse hängt nicht selten vom Geldbeutel des Auftraggebers ab.

 

Eine für mich sinnvolle Unterscheidung ist die des Rückenverlaufs.

1. Zur Schneide

2. Zum mittigen Ort

3. Gerade

Unzählige Varianten sind aus diesen 3 Merkmalen möglich.

 

Im Laufe des 7.Jahrhunderts kann der Sax langsam aus der Mode. Mal abgesehen von Scandinavien, wo der lange Sax, oder besser das einschneidige Schwert dann erst seine Blütezeit erlebte und oft löste er dort das Langschwert gänzlich ab.

Waffengräber aus der Zeit von 520/30 bis zum 9. Jahrhundert in Norwegen Dänemark und besonders die aus Gotland/Schweden zeigen eine sehr hohen Anteil an einscheidigen Schwerter im 7. 8. und 9. Jahrhundert.

 

Nicht nur die Klingenform, auch die Saxscheiden sind sehr differenziert und individuell gestaltet.

Sind die Scheiden der gotländischen Saxe häufig aus reich verziertem Holz, zeigen die Funde auf dem mitteleuropäischen Kontinent oft einen Aufbau aus Leder seltener aus Holz. Aussnahmen sind aber bei beiden Varianten dokumentiert.  

 

Saxscheiden, kontinental und scandinavisch

Grundsätzlich stammen die Saxe, wie oben schon erwähnt, aus den östlichen Gebieten. Darunter sind sicher China, Persien und das Reich der Hunnen zu verstehen.

Goten haben die ersten Kontakte mit hunnischen Kriegern gehabt und standen vermutlich auch mit diesen in Kampfhandlungen. Auf diese Weise könnten die"langen Messer" in den germanischen Kulturraum gelangt sein.

Weniger die Form der Klingen, als die Form der Scheiden, lässt uns heute bestimmen wo die Grundlagen für germanische Saxscheiden gelegt wurden.

 

wird fortgesetzt

 Es gibt viele Hinweise darauf, dass bei einer Lederscheide das Saxgefäss in die Scheide reichte. Vermutlich ist dies geschehen, um dem Sax einen festen Sitz in der Scheide zu geben. Bei Holzscheiden ist das nicht so einfach. Weiter unten sind Fotos von gotländischen Saxen zu sehen, die in Holzscheiden waren. Die Sicherung gegen Herausfallen ist vermutlich wie beim Schwert durch eine Felleinlage in der Scheide sichergestellt worden. Das Fellstück in der Scheide hatte auch die Aufgabe die Klinge zu pflegen durch die Abgabe des Fettes der Tierhaare.

Ein interessanter Vergleich der Schneidenformen zwischen gotländischen und kontinentalen Saxen ist ebenfalls weiter unten ebenfalls dargestellt.  

Frühe Hiebmesser

Diese Messer sind auf den ersten Blick nicht klar zu bestimmen.

Klingenform des linken ist sicher kontinental, vielleicht alamanisch oder fränkisch.

Das Gefäss zeigt  aber die typisch gebogene Form der Hiebschwerter des 1. Jahrhundert

Typisch auch die eisernen Spangen an der Scheide.

Gleiches gilt für das weitaus wuchtigere Messer rechts . Anstelle der Eisenspangen hat es Garnbindung .


Trageweise des Sax

Fränkischer Grabstein

Mitmenschen aus der Mittelalterszene tragen häufig Kleidung, Ausrüstung, Schmuck und sonstiges Zubehör aus manschmal 10. Jahrhunderten an einer Person. Da hängt der Sax oft auch da, wo er scheinbar nichts zu suchen hat.

 

Ich versuche historische und praktische Fakten zu verbinden.

Insbesondere das Tragen von Sax soll näher betrachtet werden.

Links, rechts, hinten, vorn, mehr gibst eigentlich nicht. Aber was ist richtig?

 

"Trotz üblicher linker Trageweise wurden die mitgegebenen Spathen an der rechten Seite der Toten niedergelegt. Die Spatha diente nicht nur als Waffe, sie galt auch als Rangabzeichen des Trägers. Saxe wurden entsprechend ihrer Trageweise zu Lebzeiten an der linken Seite des Toten niedergelegt."

(Quelle: Stadt Schwanstatt, Heimatmuseum).

 

Diese Ansicht widerspreche ich teilweise.

Aus meiner Sicht ist die übliche Trageweise des Sax links. So wie er beim Toten abgelegt ist.

 

Aber vielleicht muss man grundsätzlich zwischen dem Tragen im Krieg und im Frieden unterscheiden.

Ein befreundeter Alamannendarsteller aus der Schweiz hat eine interessante Sicht auf dieses Problem.

 

"Im Frieden wird das Schwert oder der Sax links unter dem Mantel getragen. Aus Respekt dem anderen gegenüber ist die Waffe nicht sichtbar"

(Dazu muss man wissen, dass die Mantelöffung mit Fibel auf den rechten Körperseite war).

 

Analog zu dieser Meinung wird das Schwert in Krieg rechts getragen, der Sax links und der Schild auch. 

 

Die Ansicht dieses Alamannen macht Sinn. Aber vielleicht hing auch einfach nur alles da, wo es noch Platz hatte. 

Der Franke auf dem Grabstein führt den Sax vor dem Bauch, aber tendenziell links. 

 

Bau einer Scheide für einen kontinentalen Sax

Original Vorlage

Was braucht es?

Da es ein kontinetaler Sax ist, wird  die Scheide aus Leder hergestellt.

Sie soll, einem Vorbild nach, aus dem alamanisch/bajuwarischen Gebiet kommen. Zusätzlich zum Original wird ein Mundblech aus Bronze angefügt und ein Ortband aus Bronze.

Die grossen, bronzenen Ziernieten werden aus Bronzeblech gearbeitet, die kleinen Ziernieten werden aus zugekauften Bronzenägel hergestellt.

Das Leder ist 6 mm stark, das Bronzeblech für Mundblech und Ziernieten ist 0.8 mmm stark. Genäht wird mit einer 2 mm Aale.

Die Riemendurchzüge an der Scheide, werden  aus einem  1mm starkem Eisenblech gebogen und mit den Ziernieten befestigt.

Diese Befestigungsweise ist in der Originalvorlage nicht ersichtlich, hat aber historische Fundbelege als Grundlage.

Die Riemen beim Original sind vermutlich durch das Leder der Scheide gezogen worden.

(Interessant ist die Lochung der Klingenzunge des Sax.)

Was ist zu beachten?

-Schneide das Sax zeigt zu den Ziernieten.

-Leder so bemessen, dass der Griff des Sax in die Scheide hinein ragt.

-Scheidenöffnung muss breit genug für den Saxgriff sein.

-Scheidenmundblech muss umlaufend sein ( gegenüber Schauseite der Scheide verlöten).

- Nietenstift der grossen Zierniete muss lang genug sein auch für die Riemenbügelbesfestigung.

-event. die kleinen Ziernietenstifte mit Scheibe auf der Rückseite vernieten.

  (Beim Original sind sie umgeschlagen)

-Phantasie bei der Scheidenornamentik walten lassen. 

 

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