Schwertzeit
Schwertzeit

Die Mythologie der Nord und Westgermanen

Der Hammergott THOR

Götter, Heiligtümer und der Mensch

Das Blot (blota= in weitesten Sinne geopfert oder geweiht)

 

Das Wort "blota" ist heute noch ein starker Ausdruck in der schwedischen, volkstümlichen Sprache das die Bedeutung von Fluchen oder Beschimpfen inne hat. Etymologisch gesprochen heisst es; etwas von jemand behaupten und durch diese Worte eine Eigenschaft in ihn hineinzwingen.

 

Dieses Wort stellt in der nordischen Mythologie die aktive Verbindung der Menschen zu den Göttern, als religiöse Handlung in ihrer ganzen Machtfülle, dar. Ziel dieser Handlung ist es, die menschliche Welt oder auch nur einen Gegenstand mit der göttlichen Macht und Stärke zu erfüllen. 

Bloten bedeutet bestimmte Eigenschaften bis ins göttliche zu steigern. Es wurden Tiere, Gegenstände und auch Menschen geblotet. Ein gebloteter Mann war unermesslich an körperlicher und geistiger Kraft.

Er war ungetrübtes Heil.

 

Wenn Tiere geblotet wurden, wurden nur ganz bestimmte Tiere ausgewählt. Diese Tiere waren immer "untadelige" Haustiere. Das Wort für diese Tiere ist althochdeutsch "Zebar", altenglisch" tifer".

Alle anderen Tiere waren "untifer= Ungeziefer".

 

Häufig wurden Söhne von Häuptlingen geblotet. Diese nahmen dann später führende Stellungen in den Familien ein. Sie wurden als geweihte oder gesegnete Männer dargestellt.

 

In der christlichen Wiedergabe hiess es "sie waren verzaubert".

 

Die Weihung der Männer macht sich in ihren Namen bemerkbar.

So heisst Stein, wenn er Thor geweiht wurde, Thorstein. Grim wird zu Thorgrim u.s.w.

In gleicher Weise, aber in anderem Sinne umgesetzt, werden Gefangene den Göttern geweiht und danach getötet.

So lesen wir, wie Arminius seine Gefangenen im heiligen Hain den Göttern opfert. Die Männer wurden so auf der einen Seite geheiligt, auf der anderen Seite unschädlich gemacht, durch die Opferung quasi ausser Gebrauch gesetzt.

Bei den Waffen der Getöteten wird genau so verfahren.

Die grossen Waffenopferplätze sind Beweis dafür.(Vimose, Illerup Ådal etc ).

 

Diese Weihung findet nicht irgendwo statt, sondern ebenfalls an geweihten, heiligen Orten.

Tacitus sagt, die Männer hingen in den heiligen Hainen der Germanen.

Diese Plätze, Wälder, Felsen oder Quellen sind also den Göttern geblotet und somit heilig.

Tritt der Germane in sein solches Heiligtum, steht er der göttlichen Macht Angesicht in Angesicht gegenüber.

Bei den Semnonen Stämmen durften diese heiligen Orte nur gefesselt betreten werden. Stürzt jemand, darf er sich nur auf dem Boden wälzend entfernen.

 

"Bei den Germanen sind Ausdrücke wie Gottesdienst, Anbetung, Busse und Versöhnung im christlichen und jüdischen Sinne leere Hüllen. Sie fallen machtlos zu Boden, die Nichtübereinstimmung zwischen dem tiefsten Bedürfnis der Religion und ihrer Bedeutung macht sie leer und oberflächlich. Der Verehrer des Heiligen ging zu seinem Gott oder zu seinem Hain, um Stärke zu suchen und er brauchte nicht vergebens zu gehen. Es hatte für ihn keinen Zweck, sich ständig als bedürftig zu melden und im Stillen eine Auffüllung mit allen guten Gaben zu erwarten"

(Quelle: Wilhelm Grönbech, Die Religion und Kultur der Germanen)

 

Die Götter selbst konnten nichts tun, ja wollten nichts tun, bevor ihr Anrufer sie nicht lebendig gemacht hatte.

Es waren die Menschen, die die Götter gnädig stimmten. Sie mussten sie mit Frieden von ihrem Frieden beseelen. Dieses Zusammenspiel ist der Ursprung von Zuständen wie "milde", "sanft", "dem Volke gut", die in der germanischen Mythologie mit den Göttern verbunden werden. In diesem Sinn ist auch zu verstehen, das der germanischen Gott, im Gegensatz zu dem christlichen Gott, kein strafender Gott ist.

                      

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Eine wichtiger Bestandteil der Weihung war das Bier. Nur wenn die Männer in Eintracht zusammen sassen, konnte die Weihung mit Bier ganz und wirklich vollzogen werden.

Wir kennen dieses Ritual heute noch in Form des Trinkspruches.

Das Minnetrinken der Gilden im Mittelalter hat den gleichen, rituellen Hintergrund. 

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Da wir uns in diesen Tagen kurz vor dem Julfest befinden, sei eine kleine Geschichte dazu sicher angebracht.

 

"Es wird von Hakon Aethelstansfostri erzählt, dass er den Männern Norwegens gerne sein Christentum aufpfropfen wollte und zu diesem Zweck erst das Julfest in die christlichen Feiertage verlegen liess.

Und dann sollte jedermann das Fest mit viel Bier begehen und so lange feiern, bis das Bier zu Ende war.

 

Ob ihm nun diese Entscheidung zugeordnet werden kann oder nicht, es war eine sehr weise Entscheidung.

Indem die herrschenden religiösen Gefühle benutzt wurden, konnte die volle Ehrung Christi erwartet werden, denn alle wussten sofort, dass der Alltag ruhte und dass gefeiert werden sollte bis kein Bier mehr im Hause war.  

Was ist Jul?

Das grosse Winterfest, das später in das christliche Weihnachtsfest über ging, ist aus den frühen Zeit bekannt, aber nur der Name ist überliefert. Die Bedeutung dieses Festes ist schwer zu ergründen.

Das Wort ist in verschiedenen Sprachen nachweisbar.

altenglisch: goel oder geohhol.

altnorwegisch:jöl

gotisch: jiuleis (November)

Laut De Vries handelt es sich um ein Fest zur Verehrung von weiblichen (Fruchtbarkeits) Göttern.

 

 

Bierkessel: keltische Arbeit, Fundort Dänemark
Verehrender Germane vom Stamm der Sueben

Exkurs: Sweben (Sueben)

Typische Haartracht der Sweben war der rechts getragene Knoten. Die Sweben bilden den Hauptteil der späteren Alamannen.

Erster, in der Weltgeschichte bekannt gewordener Swebe, war Ariovist. Von den Kelten ins Land gerufen kämpften seine Verbände Stellvertreterkriege in dem östlichen Gallien, dem heutigen Elsass und Lothringen. Caesar nahm seine und ubiesche Dienste in seinen Feldzügen gegen die Kelten in Anspruch.

Später bezwang der Römer das swebische Volk in der Nähe von Strassburg.

Teile der Sweben siedelten darauf in den von Caesar eroberten Gebieten. Dies waren die Wangionen, die Nemeter und die Triboker.

Sie wurden im Laufe der folgenden Jahrhunderte romanisiert und später von den eindringenden Alamannen wieder regermanisiert.

Zu den Sweben-Völkern zählen auch die Markomannen, Quaden und als das edelste Volk der Sweben galten die Semnonen.

Die swebische Haartracht war auch bei Nichtsweben sehr beliebt und wurde vielfach von anderen Stämmen kopiert.

Herkunft der Sweben ist vermutlich das heutige Schweden.

Die Württembergischen "Schwaben" beziehen sich gerne darauf swebischer Herkunft zu sein.

Sweben siedeln im 5. Jahrhundert im heutigen Spanien/Portugal mit dem Hauptsitz in Bracara/Braga

Fund aus dem Moor
Binden des Haarknoten

Yggdrasill und Irminsul

Diese Begriffe beschreiben das gleiche germanische Heiligtum. Yggdrasil für den skandinavischen und Irminsul für den westgermanischen Kulturbereich.

Es ist bekannt, dass Karl d. G einen Krieg führte, nur um das sächsische Heiligtum Irminsul zu zerstören. In den Analen steht, dass die Zersörung der Säule 3 Tage gedauert hat. Es muss sich also um ein grösseres Gebilde gehandelt haben. Allgemein wird heute die Iburg als Standort der Irminsul angenommen.

Ein christlicher Prediger aus Irland hieb die Donareiche (Thor=Donar) um. Und zerstörte so ein Heiligtum der Chatten.

Mit Donareiche war ein Baumheiligtum ähnlich der Irminsul.

Der Prediger wurde später, bei dem Missionierungsversuch der Friesen, von diesen, ins Jenseits befördert.

 

Yggdrasil heisst übersetzt "Pferd des Schrecklichen" (Odin) und wird als eine Esche beschrieben. An dieser hing Odin, um Weisheit zu erlangen. Er "ritt" auf der Esche.

 

 

Weitgehend einig sind sich alle, die sich mit den Externsteinen befasst haben, dass der gebeugte Stamm, auf dem ein Prediger steht, die Irminsul darstellt.

Weitgehend einig sind sie sich auch, dass die Lilienabbildung ihren Ursprung in der Darstellung der Irminsul hat.

 

 

Irminsul von den Externsteinen
Keltische Gottheit mit Irminsul und Weltnagel (beachte den Haarransatz in der Stirn)
Von der Säule zur Lilie

Die Darstellung der Irminsul und auch anderen Götterabbildungen, die in den Mooren gefunden wurden, widersprechen in gewisser Weise dem, was Grönbech sagt:... "dass dem Germanen die reine Vorstellung des Gottes reicht, um sein Heil zu erlangen".

Fakt ist, dass es unzählige Formen der Götterabbildungen gibt. 

Sehr frühes Götterpaar
Darstellungen aus Bohlenwegen durch das Moor

Der Sohn des Allvaters, Thor/Donar. Ein Ase

Der gehörnte Hammer (Axt) Gott,  Felsritzung aus dem schwedischen Tanum.

Die Rune "thurs" ist sein Zeichen.

Im Norden Thor im Westen Donar genannt. Sohn des Odin/Wodan, und Jörd/Fjörgyn.

So heisst er in der nordischen Mythologie "Jordar sunr". Er ist der Hammer (Axt) Gott der schwedischen Bauernstabkalender. Thurs ass ist ein weiterer Name. Dornen Gott deshalb, weil die Steinaxt oder Steinhacke auch "Dorn" genannt wird. 

 

er manns gaman

ok molder auki

ok skipa skreytir

 

er ist der Menschen Freund

und der Erde Vermehrer

und der Schiffe Schmücker.

 

So wird Thor noch in einem mittelalterlichen, isländischen Lied genannt.

Die eddische Überlieferung hat das Kultsymbol des Steinhammers mit Thor bewahrt, der die Ehe, das neue Leben und den Tod weiht.

Es ist seine Waffe in dem wintersonnenwendlichen Kampf mit den dunklen Mächten des Winters. Diese eddische Überlieferung kann bis in die vorgeschichtliche Zeit, in der die Felszeichnungen von Tanum entstanden sind, nachgewiesen werden. Dort wo man ihn, abgebildet mit Steinhammer(Axt) die rechte Hand der Sonne entgegengestreckt, sehen kann.

Der gehörnte Dorn-Gott ist in der Jul oder Neujahrssymbolik des nordischen Bauernstabkalenders bis ins 19. Jahrhundert erhalten gebliben.

Er ist der Jahresspalter.  

Aus der schwedischen Bauernkaldenersymbolik des 16. Jahrhunderts ist überliefert, dass "Thors belghbunten" also im Mutterlaib eingeschlossen, gebunden ist und zwar in der Mitter oder Mutternacht des Jahres.

Keiner der alten Götter ist heute noch in den verschiedensten Gegenden Scandinaviens so präsent wie Thor.

 

Ich habe oft den Eindruck, dass mehr von der alten Religion in den Menschen steckt, als man glauben mag. Ganz stark ist das in Gotland zu spüren.

Seine Attribute sind der von Ziegen gezogene Wagen und der Hammer Mijöllnir.

Thor wohnt in Trudvangr (Kraftfeld), seine Halle heisst Bilskirnir (der mit Lichtstrahlen blitzende) 

Thor/Donar gab unserem heutigen Donnertag seinen Namen.

Der Allvater Wodan/Odinn. Ein Ase

Wodans/Odinns Rune ist das Odala.

"Wodan id est furor", Wotan das heisst Wut.

Mit diesen Worten bezeichnet Adam von Bremen die Namensherkunft von Odinn. Nordgermanisch "odr" und westgermanisch "Wut".

Vermutlich ist das auch der Zusammenhang zwischen der kultischen Verbindung Wodan/Odinn, den Ulfhednar (Wolfshautträger) und den Berserker. Diese Verbindung bezeugt die extatische Wut der Odinnskrieger. (Wildes Heer).

Mit dem Wanenkrieg brachte Wodan/Odinn den Krieg in die Welt. Er wird auch Speergott genannt.

Schlachten werden begonnen indem man den Speer über das feindliche Heer wirft, das so Wodan/Odinn geblotet (geopfert) wird.

Seine Stellung als Kriegsgott wird besonders deutlich in seinem Verhältnis zu den gefallenen Kriegern. Er erwartet sie in Walhall, wo sie als Einherier seine Gefolgschaft bilden.

 

Wodan/Odinns Selbstopferung, als er am Baum hing, von einen Speer verwundet wurde, um die Runen zu erhalten und die Dichtkunst zu erwerben hat christliche Züge.

 

Wodan/Odinn hat 3 Söhne.

Thor mit Jörd, Balder mit Frigg und Vali mit Rindr. 

Seine Attribute sind 2 Raben, Hugin und Mugin, sein 8-beiniges Pferd Sleipnir, der Wanderer mit Hut und Stab (Gangleri), der Einäugiger (das Auge gab er als Pfand für die Gunst aus der Quelle Mimirs zu trinken), als Speerreiter? usw

Wodan/Odinn wohnt in Asgard (Asenhof). Nach Ihm ist der römische "Dies Mercuris"  in "wednsday"(wodanstag) zu unserem Mittwoch geworden. 

 

Dumezil hat Wodan/Odinn und Tyr, als sehr altes Götterpaar identifiziert, das schon in der indogermanischen Zeit bestand hatte. Tyr verliert sich im  Laufe der Zeit immer mehr, so dass er in der literarischen Zeit bereits Wodan/Odinn völlig untergeordnet war.

Frigg, Freyja, Frea, Frija und dann noch Freia. Wer ist was?

Viele Namen für wenige Göttinen.

Schnell zu erklären ist der Name Freia.

Er ist eine Erfindung  Richard Wagners und gemeint ist Idun. Idun ist die Hüterin des Goldenen Apfels.

 

Frigg ist die Hauptgöttin der Asen und Odinns Frau. Sie ist somit in der scandinavischen Mythologie angeseidelt.

Frigg hat das Falkengewand als Attribut und scheint auch schon zu altgermanischer Zeit bei den Westgermanen bekannt gewesen zu sein. So wird sie im 2. Merseburger Zauberspruch genannt als Frija.

Im 3.oder 4. Jahrhundert hat sie einen sehr breiten Bekanntheitsgrad und ersetzt den römischen "Dies Veneris" in den althochdeutsche "Friatac" also unseren Freitag.  In Scandinavien hat man den westgermanischen Namen übernommen und in "Friadagr" gewandelt.

 

Freya, eine Wanengöttin, ist die Tochter von Njördr und dessen Schwester. Ihre Attribute sind der von Katzen gezogene Wagen, ein Falkengewand wie Frigg, der Eber Hildisvini und das Halsband Brisingamen.

Sie erhält die Hälfte aller gefallenen Krieger und Odinn der andere Hälfte. Im allgemeinen wird sie als die wichtigste aller germanischen Göttinen bezeichnet. Sie wohnt an einem Ort namens Folkvangr (Feld des Volkes). Ihre Halle heisst Sessrumir.(Sitze Räumer-Ruderbootbänke)

Freyja ist eine häusliche Schutzgöttin. Auch die Namen Syr (Schwein), Gefn (Gebende), und auch Vanadis (Wanengöttin), sind von Ihr bekannt.

 

Frea ist mit Wodan verheiratet und wird in der langobardischen "Origio gentis langobardorum" im Zusammenhang mit der Namensgebung der Langobarden genannt. Sie ist identisch mit Frigg 

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